Tobias Mechtler
Individualbetreuer

"Es ist eigentlich durch einen Zufall entstanden, dass ich die Möglichkeit hatte, mir die Arbeit in der Wohngemeinschaft anzuschauen", erzählt Tobias Mechtler. Und so stieg er nach seiner Ausbildung zum Volksschullehrer nicht ins öffentliche Bildungswesen ein, sondern arbeitet heute als sozialpädagogische Fachkraft in Klosterneuburg.
Direkt nach dem Studium hätte er sich nicht zugetraut, mit Kindern zu arbeiten, die psychisch belastet sind oder traumatisierende Erfahrungen gemacht haben. "Ich bin mit wenigen Wochenstunden eingestiegen und habe Stück für Stück gemerkt wie sehr mir die Arbeit gefällt und wie schön es ist, in Fortbildungen Dinge dazuzulernen", schildert er.
Mittlerweile hat Mechtler im Team der Wohngemeinschaft zwei Aufgabenfelder: ein großer Teil seiner Arbeitszeit steht für die Individualbetreuung eines Kindes zur Verfügung, zusätzlich arbeitet er im normalen Turnusdienst mit.
Video: "Eine Fülle von Dingen"
| Name: | Tobias Mechtler |
| bei Pro Juventute: | seit 2022 |
| aktueller Job: | Sozialpädagogische Fachkraft mit Schwerpunkt Individualbetreuung |
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| bisherige Tätigkeiten: |
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Junge Menschen individuell betreuen
"Als Individualbetreuer habe ich die Möglichkeit, meinen Fokus ganz auf ein Kind zu lenken. Manchmal verbringen wir bewusst Zeit außerhalb. Es kann aber auch sein, dass wir den ganz normalen Alltag in der Wohngemeinschaft verbringen", erklärt der Pädagoge. "Ich bin dann als zusätzliche Kraft im Haus mit dem Fokus auf dieses eine Kind und schaue dabei konkret auf seine Bedürfnisse oder auf seine Interaktion mit anderen Kindern."
Was in den Einzelbetreuungsstunden jeweils gemacht wird, hängt von der Situation des Kindes ab: "Vor dem Sommer war das Ziel, dass wir schwimmen üben, damit das Kind es auch sicher erlernt", erzählt Mechtler. Es kann aber auch mal darum gehen "alles ein bisschen zu beruhigen, damit auch die anderen Kinder Ruhe im Haus erleben."
Basis von Individualbetreuung ist ein Sondertagssatz für einzelne Kinder und Jugendliche. "Da stehen mehr Arbeitsstunden zur Verfügung, ich setze diese möglichst zielführend ein."
Rollenklarheit
"Ich habe zwei Tätigkeiten im Haus und dadurch auch zwei Rollen", weist Tobias Mechtler darauf hin, dass er zusätzlich auch eine reguläre Tätigkeit im Turnusdienst wahrnimmt. "Ich genieße beides sehr." Für seine innere Klarheit und für die Sicherheit in seiner sozialpädagogischen Tätigkeit waren der begleitete Einstieg und der Onboarding-Prozess hilfreich: "Durch die jährlichen Fortbildungen habe ich viel dazugelernt. Ich bin angekommen in der Wohngemeinschaft und froh, hier zu sein."
Es gebe sehr viele Typen, die für einen Job in der Sozialpädagogik geeignet sein und "ich erlebe in unserem Haus sehr viele unterschiedliche Charaktere" so der gebürtige Wiener. Aus seiner Sicht braucht es Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein: "Auf jeden Fall muss man sich selbst gut kennen und mit sich selbst gut zurechtkommen, weil man auch sehr viel mit sich selbst konfrontiert wird."
Zirkus und Sozialpädagogik
Dabei bringt er in seine Arbeit eine besondere Perspektive mit ein, denn schon mit sechs Jahren hat er eine besondere Leidenschaft in sich entdeckt: "Der Zirkus ist ein großer Erlebnis- und Spielraum, in dem man sehr viel herausfinden und experimentieren kann", so der ausgebildetete Zirkuspädagoge. "Das hat mir als Mensch und für meine pädagogische Arbeit viel gebracht, weil sich Kinder hier selbst in ihrer Wirksamkeit erleben."
Und noch einen Aspekt fügt Mechtler hier hinzu: "Das Schönste am Zirkus ist das große Miteinander, das Lernen voneinander und die Lebenseinstellung, die dahinter steckt."




