Jasmin Rosin

Sozialpädagogische Pflegestelle 

Portrait Jasmin Rosin

"Ich arbeite immer und nie gleichzeitig", sagt Jasmin Rosin mit einem Lächeln. Und dieser Satz hat es in sich. Schließlich lebt ein Kind, das sie sozialpädagogisch betreut, voll integriert in ihrer Familie.

Wer als sozialpädagogische Pflegestelle – so die offizielle Bezeichnung – arbeitet, ist bei Pro Juventute angestellt und betreut das jeweilige Kind selbständig innerhalb der eigenen Familie. "Alle in der Familie profitieren davon", ist die Erziehungswissenschafterin überzeugt: "Alle haben eine besondere Perspektive auf das Leben und eine Wertschätzung für das, was Familie bedeuten soll."

Dabei weist sie auch auf den fachlichen Hintergrund hin, denn man müsse sich in ihrem Beruf "ständig weiterentwickeln und professionalisieren." Die Anbindung an eine Organisation mit Fortbildungen, Supervision und fachlichem Austausch sieht Rosin da als hilfreichen Vorteil: "Man fühlt sich immer als Teil eines großen Ganzen."

»Wir leben die Pflegestelle als gesamte Familie – mit einem etwas bunteren Hintergrund.«
Jasmin Rosin

Video: "Man gehört wo dazu"

Jasmin Rosin: "Man gehört wo dazu"
Name:Jasmin Rosin
bei Pro Juventute:seit 2018
aktueller Job:Sozialpädagogische Pflegestelle
Ausbildung:Studium der Erziehungswissenschaften
bisherige Tätigkeiten:
  • Berufstrainerin

Arbeit in der Familie

Jasmin Rosin betreut aktuell bereits zum zweiten Mal als sozialpädagogische Pflegestelle ein Kind. "Es ist kurz vor ihrem zweiten Geburtstag bei uns eingezogen und macht unsere Familie vollständig", erzählt sie. Gemeinsam mit ihrem Mann sorgt sie so für insgesamt drei Kinder. "Wir erleben alles gemeinsam: die Urlaube, die Feiertage und natürlich auch den Alltag."

Die leiblichen Eltern des Pflegestellenkindes trifft sie mindestens einmal im Jahr. Für die Kinder- und Jugendhilfebehörde verfasst sie außerdem regelmäßig Berichte. "Man weiß nicht, wie lang das Kind in der Familie sein wird, das ist eine Herausforderung", schildert Rosin. "Ich kann damit aber ganz gut umgehen, weil ich das Kind in den Fokus stelle."

Die ganze Familie wirkt als Teil dieser Pflegestelle. Und dabei brauche es den Mut, mit dem Spannungsfeld und mit Ambivalenzen umzugehen. "Man ist immer beides, man ist immer bei der Arbeit und irgendwie auch immer frei", beschreibt es die Pädagogin. "Man braucht schon ein Selbstbewusstsein als Familie." 

Professionelle Anforderungen

Im Unterschied zum bekannteren Modell der Pflegefamilien macht bei den Pflegestellen der fachliche Berufshintergrund den wesentlichen Unterschied: Aufgrund der fachlichen Berufsausbildung sind sie befähigt, Kinder mit komplexeren Themen bestmöglich zu betreuen.

Denn für eine Beschäftigung als sozialpädagogische Pflegestelle braucht es eine entsprechende Profession. In Tirol werden diese Anforderungen vom Amt der Landesregierung definiert. "Als Pflegestelle hat man auch eine Fortbildungspflicht und Supervisionsstunden", erzählt Jasmin Rosin. Natürlich muss auch ausreichend Wohnraum vorhanden sein, um ein Kind aufzunehmen zu können.

Zwischen Fachlichkeit und Privatleben

"Fachlich ist es sehr interessant, so unmittelbar mit dem Kind zusammen zu sein", beschreibt Rosin den einen Teil ihrer Motivation. Den anderen vermittelt sie auf ihre ganz persönliche Weise: wenn sie mit Begeisterung von gemeinsamen Erlebnissen erzählt und beschreibt, wie alle in ihrer Familie wachsen. Und wo sie auch drauf achtet, dass dieses Familienleben weiterhin privat bleiben kann.

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