Ela Prumetz

Die Familienbegleiterin

Portrait Pamela Prumetz

Seit dem Start der Familienintensivbegleitung in Graz im Jänner 2025 ist Ela Prumetz Teil von Pro Juventute. Man spürt, dass sie ihre Arbeit mit großer Begeisterung macht, denn "Familien stärken", "Empowerment" und "Selbstwirksamkeit" sind Worte, die ganz natürlich aus ihr heraussprudeln.

"Wir begleiten die Familien so, dass sie nach maximal zwei Jahren alleine mit den Kindern leben können", beschreibt die Sozialpädagogin eine Besonderheit dieser Betreuungsform. "Da schauen wir von Beginn an, was die vorhandenen Kompetenzen sind, was sie alleine schaffen und wo es mehr Unterstützung braucht."

Die Familien leben in Wohnungen von Pro Juventute und werden dabei Montag bis Freitag von unseren Fachkräften begleitet. Die Nächte und das Wochenende verbringen sie dabei völlig selbständig. "Wir bekommen dabei sehr viele Einblicke in das Familiensystem, so nah kommt man sonst gar nicht ran", erzählt Prumetz.

»Wir gehen ins Empowerment. Da braucht es oft nur Kleinigkeiten, um wieder ins Selbstvertrauen zu kommen.«
Ela Prumetz

Video: "Dafür bin ich sehr dankbar"

Dafür bin ich sehr dankbar
Name:Ela Prumetz
bei Pro Juventute:seit 2025
aktueller Job:Sozialpädagogische Fachkraft für Familienbegleitung
Ausbildung:
  • Studium der Bildungswissenschaften
  • Postgraduate: Early Life Care
  • Lebens- und Sozialberatung
bisherige Tätigkeiten:

Individuelle Familienbegleitung

"Erwachsene müssen so viel Selbständigkeit und Verantwortung mitbringen, dass sie in der Nacht und am Wochenende alleine für die Kinder sorgen können", schildert die Familienbegleiterin eine wichtige Grundlage, die auch von der Kinder- und Jugendhilfebehörde so vorgegeben ist. "Wir arbeiten also mit Menschen, die schon selbstwirksam sind."

"Wenn die Familie Graz noch gar nicht kennt, erkunden wir gemeinsam das Viertel, wir begleiten beim Schulweg oder zu Arztterminen", stellt die Sozialpädagogin spezifische Unterstützungsmaßnahmen dar. Auch gemeinsames Einkaufen oder Kochen gehört hier anfangs dazu. Doch jede Unterstützung soll stärkend wirken: "Denn wenn ich einer Person vertraue, dann steigert sich auch ihr Selbstbewusstsein." Später übernehmen Eltern beispielsweise die Kommunikation mit Ärzt:innen oder mit der Schule wieder zunehmend eigenverantwortlich.

Das Betreuungsangebot schildert Prumetz als "Zwischenstation zwischen stationär und mobil. Wir haben keine Nachtdienste und arbeiten Montag bis Freitag." Daher gibt es auch keinen fixen Dienstplan, Termine vereinbart sie individuell mit den Familien.

Hohe Anforderungen

"Menschen im Sozialbereich müssen herauszufinden, in welchem konkreten Bereich sie gerne tätig sind", findet die Steirerin. Für Prumetz startete dies 2015 bei einem Praktikum in Wien. "Wir haben multiproblembehaftete Personen begleitet – die Mütter schon in der Schwangerschaft und die Kinder beim Start ins Leben." Dabei hat sie erkannt, dass sie gerne mit komplexen Familiensystemen arbeitet.

Für eine sozialpädagogische Tätigkeit in der Familienintensivbegleitung sind vom Land Steiermark 3.000 Stunden Arbeitserfahrung in der Kinder- und Jugendhilfe als Voraussetzung vorgegeben. Und Prumetz hebt noch weitere Anforderungen hervor: "Es braucht ganz viel Selbstreflexion. Themen wie ein abwesender Vater, Scheidung, Verlust etc. verlangen, dass man gut bei sich selbst ist." Für das intensive Zusammenarbeiten mit den Familien sei zudem eine Beziehungs- und Bindungsfähigkeit wichtig, die zu diesem professionellen Arbeitsrahmen passt.

Gemeinsam Kinder stärken

"Wir unterstützen interdisziplinär mit allen Möglichkeiten, die wir haben", betont die Familienbegleiterin. Daher sei es wichtig, eigeninitiativ und proaktiv auf Personen und Netzwerkpartner:innen zuzugehen. Vernetzungskompetenz und Engagagement müsse man in diesem Job haben und "viel Flexibilität, Diplomatie, Beharrlichkeit und Verständnis für unterschiedliche Seiten."

Und selbst wenn Ela Prumetz darauf hinweist, dass es "ein Job ist, bei dem man sich auch abgrenzen muss" sieht man gleichzeitig dieses Strahlen in ihrem Gesicht: "Beim Arbeiten mit Familien, da geht mein Herz auf."

Weitere Menschen, die Kinder stärken

Die Koordinatorin
Manuela Klein koordiniert unsere Freiwilligenarbeit. Dabei bringt sie ehrenamtliche Mitarbeiter:innen und Kinder zusammen.
Der Individualbetreuer
Tobias Mechtler arbeitet als Sozialpädagoge in Klosterneuburg. Ein Teil seines Jobs ist die Individualbetreuung.
Die Servicemanagerin
Gabriela Gschwandtner sorgt dafür, dass Kinder in gut verwalteten Gebäuden wohnen und zu Therapien gebracht werden können.
Mit Ihrer Spende schenken Sie einem Kind eine neue Perspektive.