Kinderschutz in unseren Betreuungsangeboten
Podiumsgespräch beim Führungskräfte-Forum

Am 1. und 2. April 2026 trafen sich die Führungskräfte unserer Organisation zum jährlichen Führungskräfte-Forum. Einen Schwerpunkt bildete dabei der Kinderschutz und die Implementierung der Pro Juventute-Qualitätsstandards. Mit der Frage "Wie verankern wir die Konzepte in der sozialpädagogischen Praxis?" eröffneten Nanda Brandauer-Doppler und Elisabeth Baumann ein Podiumsgespräch.
Bei diesem Austauschformat waren sich die Verantwortlichen über zwei Erfolgsfaktoren einig: es braucht die aktive Einbindung der Teammitglieder und Zeit, um sich mit diesen Qualitätsstandards gut auseinanderzusetzen. "Wir haben das in einer eigenen Teamklausur behandelt", schilderte etwa Teamleiterin Lisa Egger (Sozialpädagogische Wohngemeinschaft Zauchen – Bad Mitterndorf).
Als Vertreter eines Angebots der offenen Jugendarbeit berichtete Ralf Müller (GEH.BEAT Klosterneuburg) darüber, wie sie in diesem Prozess auch Jugendliche eingebunden haben. "Wir lernen jeden Tag etwas Neues von unseren Jugendlichen. Sie haben etwa hervorgehoben, wie wichtig ihnen ein professionelles Beschwerdemanagement und der Schutz ihrer Persönlichkeitsrechte ist."

Ein aktuelles Beispiel für die hohe politische Relevanz von Kinderschutz brachte Teamleiterin Birgit Mayerl aus Brixlegg ein: "Wir haben den Bereich Medienpädagogik mit professioneller externer Begleitung bearbeitet." Das Thema beschrieb sie als omnipräsent. "Da geben die pädagogischen Standards Halt und Sicherheit, sie schaffen Transparenz."
Offene Fehlerkultur
Sonja Höfinger von unserem mobilen Angebot in St. Pölten erzählte außerdem von wichtigen positiven Erkenntnissen: "Wir haben die Risikoanalyse gemacht und da wurde in vielen Punkten sichtbar, wo wir den Kinderschutz bereits gut leben." Grundlage dafür sei eine gute Kommunikation im Team und eine offene Fehlerkultur.
Doch nicht nur Führungskräfte aus den unmittelbaren sozialpädagogischen Bereichen waren am Podium vertreten. So brachte Emanuel Freilinger als Vertreter unserer Zentrale ebenfalls eine wichtige Perspektive ein: "Alleine in der Abrechung erfährt man ja viel über Einzelschicksale", betonte er. Daher wurde auch in den administrativen Bereichen das Bewusstsein für Kinderschutz verankert, zum Beispiel beim Umgang mit persönlichen Daten. Denn "Kinderschutz ist die eigentliche Existenzberechtigung von Pro Juventute", fasste Freilinger seine Sichtweise zusammen.
Dass sich bei unseren Mitarbeiter:innen durch die intensive, mehrjährige und wiederkehrende Auseinandersetzung mit den Qualitätsstandards insgesamt die Haltung weiterentwickelt hat, berichtete schließlich Polonca Kramar, die Teamleiterin unserer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft Eggersdorf: "Im Vergleich zu vorher schauen wir jetzt genauer hin im Alltag und gehen mit den Themen, die die Kinder beschäftigen, viel individueller um."
Auf Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention sowie der FICE-Standards haben wir für unsere Organisation ein Schutzkonzept als Teil unserer pädagogischen Qualitätsstandards erarbeitet und implementiert.



