Datenschutzinformation
Der datenschutzrechtliche Verantwortliche (Pro Juventute, Österreich) würde gerne mit folgenden Diensten Ihre personenbezogenen Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:

Wirkung und Wirkfaktoren

Pädagogische Enquete anlässlich unseres 75-jährigen Bestehens

vlnr.: LR Birgit Gerstorfer, Michael Macsenaere sowie die Pro Juventute-Geschäftsführerinnen Susanne Molnar und Andrea Scharinger

"Es gehört zum pädagogischen Konzept von Pro Juventute, Kinder und Jugendliche altersgerecht einzubeziehen", so Mag.a Andrea Scharinger, die pädagogische Geschäftsführerin von Pro Juventute bei der pädagogischen Enquete von Pro Juventute. "Wir sehen Partizipation und Beteiligung als einen der zentralen Wirkfaktoren in der sozialpädagogischen Arbeit."

Anlässlich unseres 75-jähriges Bestehens haben wir im März 2022 eine pädagogische Enquete organisiert. Im Fokus der Veranstaltung standen Wirkung und Wirkfaktoren in der Kinder- und Jugendhilfe.

Experte: Kinder- und Jugendhilfe zeigt Wirkung

"Kinder- und Jugendhilfe zeigt bei jungen Menschen und ihren Familien gute Effekte", stellte Dr. Michael Macsenaere in seinem Fachvortrag dar. "Ein Euro, der in die Kinder- und Jugendhilfe fließt, erzeugt einen Nutzen von drei Euro", verwies der Experte auch auf die volkswirtschaftliche Bedeutung sozialpädagogischer Maßnahmen. "Die jungen Menschen werden zu einem selbständigen Leben befähigt, das geben sie der Gesellschaft langfristig wieder zurück."

Der Psychologe gilt als Fachmann auf dem Gebiet der Wirkungsforschung, leitet seit 2001 das Institut für Kinder- und Jugendhilfe in Mainz und ist Lehrbeauftragter an mehreren deutschen Hochschulen und Universitäten.

Beteiligungsorientierter Weg

Oberösterreichs Kinderschutz-Landesrätin Birgit Gerstorfer gratulierte Pro Juventute zum 75-jährigen Bestehen und zur erfolgreichen Arbeit: "Die Tagung bestätigt den zukunftsweisenden beteiligungsorientierten Weg, den Oberösterreich in der Kinder- und Jugendhilfe eingeschlagen hat."

"Ich bin beeindruckt davon, was es an Forschungsergebnissen und neuen Ansätzen in der Kinder- und Jugendhilfe gibt", so Moderator Markus Staudinger von den Oberösterreichischen Nachrichten. "Ich habe heute selbst ein neues Verständnis für die Arbeit sozialpädagogischer Organisationen bekommen."

Sozialpädagogik aus verschiedenen Perspektiven

Im Rahmen der Enquete wurden auch aus dem Publikum spannende Inputs zu Wirkfaktoren eingebracht: Etwa die Arbeit mit dem Herkunftssystem der jungen Menschen, langfristige und qualitätsvolle Beziehungen im Betreuungssystem oder die Ausbildung und Qualifikation der sozialpädagogischen Fachkräfte.

Bei der Podiumsdiskussion tauschten sich Landesrätin Birgit Gerstorfer, Mag. Reinhold Rampler (Abteilung Kinder und Jugendhilfe, Land OÖ), OÖN-Redakteur Mag. Markus Staudinger, und Dr.in Marianne Forstner (FH Oberösterreich) mit Michael Macsenaere, Mag.a Andrea Scharinger und Pro Juventute-Regionsleiterin Daniela Rebhan aus.

Die pädagogische Geschäftsführerin von Pro Juventute, Andrea Scharinger, wies etwa darauf hin, dass im Langzeitvergleich junge Menschen heute später, kürzer und mit größeren Herausforderungen mit sozialpädagogischen Angeboten in Berührung kommen.

Reinhold Rampler thematisierte Herausforderungen bei den Ausbildungskriterien in der Sozialpädagogik, Fragestellungen der Betreuungskontinuität und bei Beziehungsabbrüchen.

Marianne Forstner machte darauf aufmerksam, dass für junge Menschen die Berufsentscheidung für die sozialpädagogische Arbeit fordernd ist, da es in dieser Arbeit physische und psychische Stabilität brauche. Gerade in der aktuellen Zeit – Stichwort Corona-Pandemie, internationale politische Krisen – sei das Recruiting durchaus schwierig. In der Ausbildung seien daher Resilienzförderung, Selbsterfahrung und das Weiterentwickeln eines zum Beruf passenden Menschenbildes besonders wichtig. 

Daniela Rebhan skizzierte anstehende Weiterentwicklungen in der Sozialpädagogik: Etwa niederschwellige Angebote, die Erweiterung der aufsuchenden Arbeit und aufgrund der besonderen Schutzwürdigkeit auch Maßnahmen für Kleinkinder. Außerdem beschrieb sie die Arbeit der Elternbegleit-Fachkräfte von Pro Juventute in Oberösterreich.

Mit Ihrer Spende schenken Sie einem Kind eine neue Perspektive.