Jugendliche haben Perspektiven
Markus (Name von der Redaktion geändert) ist 14 Jahre alt und seit sieben Jahren in der Pro Juventute-Einrichtung WeGe mit Tieren in Laa an der Thaya/NÖ untergebracht, da sich seine Eltern nicht ausreichend um ihn kümmern konnten.
Markus besuchte, aufgrund von Verhaltensauffälligkeiten, die Sonderschule in Laa. Seine schulischen Leistungen waren aber gut. Um seinen Selbstwert zu stärken kamen wir auf die Idee den Versuch zu starten, Markus in die Hauptschule einzustufen. Seitens der Sonderschule wurde ein negativer Bescheid erteilt. So gingen wir mit Markus zum Bezirksschulinspektor, um einen Wechsel in die Hauptschule zu bewirken. Der Bezirksschulinspektor genehmigte den Wechsel.
Markus hat die 3. Hauptschule im Sommer positiv abgeschlossen und zeigte während des Schuljahres keinerlei Verhaltensauffälligkeiten.
Markus hat persönliche Perspektiven entwickelt, und er möchte nach Beendigung der Hauptschule eine Lehre als KFZ-Mechaniker beginnen. Zur Zeit ist er sehr bemüht, sich bei verschiedenen Firmen zu bewerben und hat zwei Praktika in einer KFZ-Werkstatt absolviert. Er ist sparsam und möchte - nachdem er den Mopedführerschein im März 2010 gemacht hat - ein Moped kaufen. Er kann das Erreichen seines Zieles schwer erwarten und spricht sehr viel über seinen "Traum".
Aus pädagogischer Sicht ist es wichtig Jugendlichen folgende Inhalte anzubieten:
- Perspektiven und Visionen des Jugendlichen unterstützen und begleiten - Mut machen.
- Fördern, Stärken wo man nur kann. Vor allem den Selbstwert stärken. Das Gefühl vermitteln, du bist wichtig, du kannst etwas, du bist wertvoll.
- Bedingungsloses annehmen.
- Halt, Sicherheit und Orientierung durch klare Regeln, Grenzen und Strukturen sowie die konsequente Einforderung.
- Bewusst Räume schaffen, wo die natürlich angeborene Lebensfreude wieder ins Leben kommen kann.
Hier ein Bericht von Markus über sein persönliches Teichprojekt:
Die Entstehung meines Teiches
Hallo, ich heiße Markus und bin 14 Jahre alt. Ich wohne seit sieben Jahren in der Pro Juventute-Einrichtung in Laa an der Thaya. Ich schreibe heute über die Entstehung meines Teiches.
Ganz am Anfang wurde ein Teich, der einen halben Meter breit und lang und gerademal zwanzig Zentimeter tief war, mit drei Spatenstiche ausgehoben. Aber der war nicht nur zum Anschauen da, die Idee, einen Teich auszuheben war eigentlich wegen drei schöner Laufenten. In diesem Teich war gerade einmal für eine Ente Platz, das heißt: Wenn eine Ente im Teich war, haben die anderen zwei Enten warten und zuschauen müssen, bis die Ente die im Wasser ist und wieder hinaus geht. Das war nicht so gut, deswegen haben wir uns was anderes einfallen lassen. Einfach einen größeren Teich graben. Nach einer kurzen Zeit haben wir uns so geeinigt, dass wir einen größeren Teich graben.
Diesmal haben wir aber nicht drei Spatenstiche gebraucht, sondern sogar sechs!
Seit dem Tag war der Teich eine ganze Zeit lang 1,50 m lang und breit, und ca. 30 cm tief. So passten alle drei Enten in diesen Teich hinein, so dass sie wie in einem Ringelspiel im Kreis baden konnten. So stand er dann ungefähr ein Jahr lang.
Nach so langer Zeit musste natürlich was Neues passieren.
Ich bin ein begeisterter Fischer. Da kam mir die Idee, Fische hineinzusetzen. Ich gab immer wieder Sonnenbarsche und Rotfedern rein, doch ich wusste nicht, warum einer der Fische starb.
Schließlich wurde ich darüber informiert, dass der Teich tiefer und breiter sein muss. Ich hatte natürlich niemand geglaubt. Dann wurde es mir wieder gesagt, bis es mir reichte.
Ich suchte um Erlaubnis für eine Teichvergrößerung an.
Wie ich die Erlaubnis bekam, habe ich die restlichen überlebenden Fische zurückgesetzt und nahm einen Spaten in die Hand und begann zu graben.
Ich grub und grub und grub, bis etliche Wochen vergingen und der Teich nach ein paar Ausbesserungen einmal fertig war. Dann war da so ein kleines Problem mit der Folie.
Als erstes wollten wir ein Fließ unter die Folie geben. Doch das war zu teuer. Deswegen haben wir uns überlegt, den Teich zu betonieren. Das tat ich auch, zumindest eine Ecke. Bis wir erfahren haben, dass das im Winter aufreißt, wenn man keinen Frostschutz dazu mischt. Da der Frostschutz zu teuer war, rissen wir das Betonierte wieder auf.
Zum Glück bekamen wir finanzielle Unterstützung, so dass wir uns das Fließ und die Folie leisten konnten.
So hatten wir also die Folie mit den Fließ gekauft, dann kam jedoch unser Urlaub dazwischen und das Projekt schlief ein. Jedoch nach dem Urlaub begannen wir endlich mit dem Einlegen der Folie.
Nächstes Problem: Nach dem Einlegen der Folie und des Fließes füllten wir Wasser in den Teich.
Aber der Teich wurde nie voll!
Wir dachten es sei ein Loch in der Folie, deswegen suchten wir auf einem Tisch im Garten mit Wasser das Loch. Weil wir kein Loch fanden, breiteten wir die Folie im halben Garten aus und suchten, ob irgendwo ein Loch zu sehen war.
Jetzt kommt das Beste. Wir haben dann mit Hilfe des Hausarbeiters der Pro Juventute einfach die Folie wieder eingelegt und Wasser eingelassen. Und der Teich wurde voll! Es war gar kein Loch in der Folie, wir haben einfach die Folie falsch eingelegt, sodass das Wasser aus einer Falte in der Folie raus rann.
Als erstes gingen einmal die Enten eine Runde baden. Inzwischen haben wir auch schon fünf Enten, wobei wir zwei (Mulardenenten) davon von der Schlachtung gerettet haben.
Jetzt konnte ich super Fische einsetzen, weil ich mittlerweile schon sechs Kilogramm Karpfen fange. Wir kauften für den Rand noch schöne Steine zum Abdecken der Folie. Eine Pumpe mit Wasserspiel und Pflanzen haben wir auch eingesetzt.
Jetzt ist der Teich vier Meter lang und 2,50 m breit und eins Komma fünfzig Meter tief. Aja, dann haben wir noch einen Zaun rund um den Teich gebaut damit die kleinen Kinder nicht hineinfallen können. Eine Sitzbank steht auch im Teichgelände und wir sitzen dann gemütlich am Teich und genießen die Atmosphäre.
So waren alle Betreuer, Kinder, die Tiere die den Teich benutzen dürfen - und vor allem ich - glücklich und zufrieden.
Markus
Bitte helfen Sie uns - damit wir mit Ihrer Spende noch viel mehr Kindern und Jugendlichen Perspektiven schaffen können! Danke!
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- Spendenkonto: PSK BLZ 60000, Kto.-Nr. 1.450.549
EINBLICKE IN UNSERE WGs:
WeGe mit Tieren Laa/NÖ:
- Jubiläumsfeier "5 Jahre WeGe mit Tieren Laa": ein TV-Beitrag v. 2.7.
- Gemeinsam wachsen: ein Projekt mit dem Huskyteam "Snowdragons"
- Riff, Therapiehund in Ausbildung berichtet aus seinem "Arbeitsleben"
- Teichprojekt von Markus
- Laufenten-Anflug
Motu Hallein/Sbg: Bastelstunden
Kinderburg Klosterneuburg/NÖ: Urlaub auf dem Bauernhof
Ganz am Anfang wurde ein Teich, der einen halben Meter breit und lang und gerademal zwanzig Zentimeter tief war, mit drei Spatenstiche ausgehoben. Aber der war nicht nur zum Anschauen da, die Idee, einen Teich auszuheben war eigentlich wegen drei schöner Laufenten. In diesem Teich war gerade einmal für eine Ente Platz, das heißt: Wenn eine Ente im Teich war, haben die anderen zwei Enten warten und zuschauen müssen, bis die Ente die im Wasser ist und wieder hinaus geht. Das war nicht so gut, deswegen haben wir uns was anderes einfallen lassen. Einfach einen größeren Teich graben. Nach einer kurzen Zeit haben wir uns so geeinigt, dass wir einen größeren Teich graben.
Seit dem Tag war der Teich eine ganze Zeit lang 1,50 m lang und breit, und ca. 30 cm tief. So passten alle drei Enten in diesen Teich hinein, so dass sie wie in einem Ringelspiel im Kreis baden konnten. So stand er dann ungefähr ein Jahr lang.
Wie ich die Erlaubnis bekam, habe ich die restlichen überlebenden Fische zurückgesetzt und nahm einen Spaten in die Hand und begann zu graben.
So waren alle Betreuer, Kinder, die Tiere die den Teich benutzen dürfen - und vor allem ich - glücklich und zufrieden.